Beauty-Aufnahmen ohne Studio

Viele Amateurfotografen würden gerne einmal in die BeautyFotografie hineinschnuppern, scheuen aber das Experiment, weil das eigene Studio fehlt. In einem belebten Umfeld, einem Wohn- oder Schlafzimmer, ist es aber viel einfacher, kreative Ideen zu entwickeln.

Der Einstieg

Die teure Kamera liegt bereit, und das Zimmer im edlen Boutiquehotel ist gebucht. Doch wo kommt denn jetzt das schöne Modell her? Für den Anfang findet man das passende Fotomodell am einfachsten über die Model-Kartei (MK). Der Zugang ist in der kleinsten Ausbaustufe kostenlos, und für die eigene Sedcard reichen ein paar Schnappschüsse oder Fotos vom letzten Workshop oder Model Sharing aus. Dann kann man sich auf die Suche machen.

Modelle, Fotografen, Visagisten, Studiobetreiber und Bildbearbeiter finden sich über die Umkreissuche oder über die Jobsuche. Man kann sich sozusagen initiativ bewerben oder auch gezielt auf eine Jobausschreibung melden.

In Frage kommt die Shooting-Variante „Time for Pictures“ (TFP), bei welcher kein Geld fließt, oder der ganz normale Bezahlrahmen. Gut gebuchte Modelle werden mit einem Anfänger im Regelfall kein TFP machen, sondern eine Gage in Höhe von 150–400 Euro für vier Stunden erwarten. Die Kommunikation erfolgt dabei über das interne Messaging-System der MK, und dann später, nach Nummernaustausch, auch über Handy, SMS und WhatsApp. Wer kein Hotel zur Verfügung hat, für den kommt das Home Shooting in den eigenen vier Wänden des Modells in Frage. Bei weiblichen Modellen sollte man damit rechnen und auch damit einverstanden sein, dass ein Freund des Modells anwesend ist.

In der Sedcard kennzeichen die Shooting-Ampeln die Bereiche vom einfachen Porträt bis hin zu Bodypainting oder Akt mit Grün, Orange oder Rot. Fotograf und Modell sollten sich tunlichst bereits vor dem Shooting exakt über die Bereiche verständigen.In der Sedcard kennzeichen die Shooting-Ampeln die Bereiche vom einfachen Porträt bis hin zu Bodypainting oder Akt mit Grün, Orange oder Rot. Fotograf und Modell sollten sich tunlichst bereits vor dem Shooting exakt über die Bereiche verständigen.

Wichtig ist, im Vorfeld bereits den Shootingbereich abzuklären. Sowohl Fotografen als auch Modelle haben in ihrem MK-Profil die in Frage kommenden Shootingbereiche angegeben. Die Auswahl reicht über Porträt oder Fashion bis hin zu Teilakt oder Akt. Jeden Bereich kann man Grün (das macht derjenige gerne), Orange (… vielleicht) oder Rot (… auf keinen Fall) markieren.

Bei der Kommunikation sollte man sachlich bleiben und schon in der ersten Anfrage alle wichtigen Eckpunkte kommunizieren. Das wirkt professionell und erspart beiden Seiten endlose Rückfragen. Ein Beispiel:

Hallo liebe Karin,

Deine Sedcard ist genial, und gerade habe ich Deine Jobausschreibung für ein Home-Shooting bei Dir gesehen – das interessiert mich!
Was ich mir vorstellen könnte:
– nächste oder übernächste Woche, Samstag oder Sonntag; Nachmittag (Tageslicht)
– Shootingbereich Beauty und Dessous
– Pay, wobei ich mir für 4 h Shooting 200 Euro vorstellen könnte. ersatzweise hier: TFP
Eine Begleitperson von Deiner Seite ist natürlich willkommen.
Was meinst Du dazu? Würde mich freuen, wenn es klappt!

LG Charly

Karl Meyer, Hauptstr. 12, 63233 Elsenfeld,
www.facebook.de/charlymeyer99,
0170-4532231

In dieser freundlichen, kurzen Mail sind alle wichtigen Daten angegeben, und der Realname, das Facebook-Profil und die Telefonnummer signalisieren Solidität. Anflirten sollte man in der MK vermeiden, dafür gibt es andere Plattformen. Wenn dann der Shootingtermin ausgemacht ist, muss man eigentlich nur noch die Kameratasche und die Beleuchtung packen, und sollte dabei auch den Model-Release-Vertrag nicht vergessen (siehe c’t Link).

Als Ausrüstung taugt bereits eine preiswerte Crop-Kamera im APS-C oder DX-Format mit einer 50er-Optik. Wer sich mehr Unschärfe im Hintergrund wünscht, setzt auf Vollformat und verwendet Lichtriesen wie ein 50 f/1.2 oder ein 85 f/1.4. Mit längeren Teles mit 100, 135 oder gar 200 mm wird der Abstand zu groß oder der Bildwinkel zu klein. Diese Optiken taugen eher für Shootings im Freien.

Im einfachsten Fall verwendet man eine Kamera mit lichtstarker Optik und fotografiert ganz einfach mit Tageslicht. Hier im Bild sehen Sie eine Vollformatkamera EOS 5D Mk III mit einem 50 f/1.2 und einem 85 f/1.2. Für den Anfang taugt aber auch prima eine APS-C-Kamera mit einem „Nifty Fifty“ 50 f/1.8.Im einfachsten Fall verwendet man eine Kamera mit lichtstarker Optik und fotografiert ganz einfach mit Tageslicht. Hier im Bild sehen Sie eine Vollformatkamera EOS 5D Mk III mit einem 50 f/1.2 und einem 85 f/1.2. Für den Anfang taugt aber auch prima eine APS-C-Kamera mit einem „Nifty Fifty“ 50 f/1.8.

(Tilo Gockel) /

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