Ein Mann – zwei Berge

Wenn man über zwei Jahre mehr oder weniger im Dunkeln zur Arbeit gegangen und im Dunkeln aus dem Büro gekommen ist, dann wird es mal höchste Zeit die Umgebung kennen zu lernen. Schon alleine wegen meiner neuen schwedischen Begleitung. Ich hab’ damals das Canon-Vollformat-Brikett gegen die Roter-Punkt-Image-Prothese ausgetauscht und war super angetan von der Kompaktheit. Gerade was die Größe der Objekte angeht. Jetzt, mit der Hasselblad X1D, war die Befürchtung, dass mich die Sache mit der Kompaktheit wieder zwei Stufen zurück wirft. Entwarnung: Dem ist nicht so. Weder das Gehäuse, noch die Objekte liegen mir zur Last. Obwohl, …wenn ich mir die Sony A7RIII anschaue, …fehlt mir irgendwie noch eine Zweitkamera. Das Motto für diese Session war “Ein Mann – ein Berg”.

Daraus wurde aber “Ein Mann – zwei Berge” und die erste richtige Session mit der X1D. Würde ich jedenfalls mal sagen. Ein Kollege sagte mir: “Fa do a’moal uf de Gurten nauf und moachst doat a ba fotelies”. Übersetzt. “Fahr mal auf den Gurten rauf und mach ein paar Fotos”. Der Gurten ist der Berner Hausberg mit einem unglaublichem Panorama. Wenn keine Wolken sind, sieht man glasklar die Alpen. Nachmittags um vier hab ich meinen Kollegen gesagt: “Sorry Leute, ich hab ein Meeting”. Worauf ein anderer Kollege antwortete. “Grüss mir die Berge”. Das ganze mit einem breiten Grinsen.

Auf ‘m Berg angekommen und mit der X1D, dem XCD 90 und meinem Manfroto-Karbon-Stativ ausgerüstet konnte es los gehen. Um das Ganze abzukürzen: Auf einer Aussichtsplattform, die wackelt als wenn man an einer Reggatter teilnimmt, bringt ein Stativ nur bedingt etwas. Die Lösung war eine etwas höhere Belichtungszeit und eine Einstellung von ca. -0.7EV. Die Lichter in Lightroom etwas hochziehen kann man immer noch und bei einem 50 Megapixel – Sensor ist sowieso noch etwas Luft. Das Timing war perfekt. Ich war kurz vor Sonnenuntergang bis ca. halb sieben Uhr auf dem Aussichtsturm. Um sieben ging’s dann wieder nach Zürich zurück. Man braucht nur ca. dreißig Minuten vom Berner Hauptbahnhof rauf auf dem Berg. In Zürich angekommen war die Frage: Was jetzt? Altstadt? Nicht schon wieder. Äh, da gibt’s doch noch noch den Uetli-Berg. Damit war auch der Titel für diesen Beitrag gefunden: Ein Mann – zwei Berge. Auf den Züricher Hausberg fährt man ca. dreißig Minuten vom HB und muss dann noch ca. zehn Minuten laufen. Um dreiviertel neun angekommen wurde die ganze Aktion mit einem irren Blick auf Zürich belohnt. Und mit dem Stativ ging das auch hervorragend. Da gab es doch tatsächlich drei Quadratmeter, die absolut windstill waren. Sobald man außerhalb war, pfiff das wieder ohne Ende. Um Mikroverwacklungen zu vermeiden, wurden die Fotos mit einem Selbstauslöser von zwei Sekunden gemacht. Nix mit Drahtauslöser aus den Fünfzigern und einer Leica M. Das geht jetzt alles elektronisch. Okay, irgendwo hat die Leica auch einen Selbstauslöser, aber der Touchscreen der Hasselblad ist unschlagbar benutzerfreundlich. Da kommt keine andere Kamera mit. Egal wie teuer, egal welche Marke. Wie Hasselblad sagt: “Create to inspire”.

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